A Capella 

Was bedeutet a cappella?

Der Begriff a cappella (älter "alla cappella") stammt aus dem Italienischen und bezeichnet ursprünglich Musik "nach Art der Kapelle", was wohl auf Palestrinas Aufführung der "Missa Papae Marcelli" in der Sixtinischen Kapelle ohne Instrumente zurückzuführen ist. Eine Vokalmusik, die manchmal auch von Instrumenten begleitet wurde, wobei diese keinen eigenständigen Part, sondern parallel zu den gesungenen Melodien spielten um die Singstimmen zu stärken. Die Gesangsparts sind meist mehrstimmig.

Heute wird unter "a cappella" eine Musik verstanden, die vollständig auf Instrumente verzichtet und allein auf der menschlichen Stimme beruht. Durch den Verzicht auf instrumentale Begleitung ist a cappella der universellste und wahrscheinlich der älteste Musikstil. In neuerer A-cappella-Musik wird aber durch den Einsatz von Vocal Percussion (human beatbox, Mundschlagzeug) und die Möglichkeit moderner Studiotechnik ein großes Klang- und Stilspektrum erreicht.

In Westeuropa haben Gregorianischer Choral, kirchliche und weltliche Chormusik über die Jahrhunderte eine starke a-cappella-Tradition entwickelt.

Im 19. Jahrhundert wurde die Bezeichnung a-cappella irrtümlich als Forderung nach einem reinen Vokalchor verstanden und bei Neukompositionen v.a. im kirchenmusikalischen Bereich in diesem Sinne verwendet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand in den USA ein neues Genre von a cappella singenden Kleingruppen (The Yale Whiffenpoofs 1909). Dabei wurde in "barbershop"-Manier in "close harmony" gesungen.

Was ist Barbershop-Gesang?

Seit dem 17. Jahrhundert ist „Barber`s music“ aus England bekannt. Man sang zum Zeitvertreib in den Frisiersalons. Der heute mit Barbershop music bezeichnete Gesangsstil entstand vor allem in den oft instrumental begleiteten Gesangsensembles, die fester Bestandteil der „Vaudeville-Showtruppen“ waren.

Typisch für die Barbershop-Musik sind Lieder mit verständlichen Texten und leicht singbaren Melodien, die ein klares tonales Zentrum haben. Sie sind mit Dur- und Moll-Akkorden harmonisiert, außerdem mit Dominantseptakkorden (einschließlich Wechseldominanten), die sich vorrangig gemäß dem Quintenzirkel auflösen. Daneben kommen häufig auch andere Auflösungen vor. Barbershop-Stücke haben eine ausgewogene und symmetrische Form und gängige Metren. Melodie und Satz werden durch harmonische Ausschmückungen ergänzt, die das Thema zur Geltung bringen und das Lied wirkungsvoll abschließend.

Wie wird Barbershop gesungen?

Barbershop-Gesang ist überwiegend homophone a-Cappella-Musik mit einem vierstimmigen Akkord auf jeder Melodienote. Die Melodie wird von der Führungsstimme ("lead") gesungen; darüber liegt der sog. Tenor (englisch ausgesprochen), der eigentlich ein Countertenor ist. Der Bass singt die tiefsten Begleittöne, während der Bariton die Akkorde vervollständigt. Zugunsten der Stimmführung, in harmonischen Ausschmückungen und in der Coda ("tag") kann die Melodie gelegentlich für wenige Noten vom Tenor übernommen werden. Kurze Passagen dürfen mit weniger als vier Stimmen gesungen werden.

Im Barbershop-Gesang wird so intoniert, dass untemperierte Akkorde entstehen; ein obertonreicher Klang („expanded sound“), dabei darf das tonale Zentrum nicht verändert werden. „Close harmony“, der enge Satz, genannt, ist die Form des Arrangements der Gesangsstimmen, wobei die Stimmen der unterscheidbaren Stimmlagen eng beieinander liegen, oftmals innerhalb einer Oktave. Durch untemperiert, d.h. physikalisch rein harmonisch gesungene Intervalle und genaue Abstimmung von Vokalfärbung und Lautstärke werden Obertöne erzeugt. Ein spannungsreiches Legato mit weichen Silbenverbindungen, direktem Ansingen der Töne und vorwärts drängender Energie („forward motion“) für einen durchfließenden Klang.
In "mixed" Ensembles ist diese Wirkung wegen der unterschiedlichen Stimmlagen von Frauen und Männern schwieriger zu erzielen. Daher wird
“Close Harmony” oft in reinen Männer- oder aber Frauen-Ensembles und -Chören gesungen.

Die Barbershop-Musik, ist eine kunstvolle Form der Unterhaltungsmusik, bei der geeignete musikalische und optische Mittel eingesetzt werden, die dem Publikum das Thema nahe bringen und ihm ein emotionales und unterhaltsames Erlebnis bieten. Die musikalische und optische Darbietung muss ehrlich, glaubwürdig und gegenüber Lied und Satz sensibel sein. In einer stilvollen Präsentation (Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Choraufstellung, Kleidung) verschmelzen die musikalischen und optischen Elemente so, dass die in der Musik liegende Idee deutlich wird. Bei Rhytmusstücken soll ggf. Choreographie die Wirkung der Musik unterstützen. Notenblätter werden beim Barbershop Gesang natürlich nicht benutzt.

Künstlerischer Gesang im Barbershop-Stil bedeutet Fülle beziehungsweise Erweiterung des Klanges, präzise Intonation, stimmliches Können und ein hohes Maß an Einheitlichkeit und Stabilität des Ensembles.

Wie hat sich a-cappella weiterentwickelt?

Über die Jahrhunderte hinweg hat sich die A Cappella Musik zu einem eigenständigen musikalischen Bereich mit vielen unterschiedlichen Faszetten entwickelt. 1927 entstanden nach dem amerikanischen Vorbild der "Revellers" in Deutschland die Comedian Harmonists, die zwar mit Klavierbegleitung sangen, aber die Popularität dieses Genres sehr förderten und auch heute noch oft nachgeahmt werden. Weitere Einflüsse nahm die a-cappella-Musik aus dem Doowop.

Wichtige Vertreter dieses stark von Popmusik und Jazz beeinflussten Genres sind z.B. "The Golden Gate Quartet" oder die englischen "King's Singers", die sich 1968 formierten und aus dem Chor des King's College, Cambridge, hervorgingen und die seitdem in vielen musikalischen Stilrichtungen erfolgreich sind. Aber auch "The Flying Pickets", die amerikanischen Gruppen "The Manhattan Transfer", "The Nylons", "Take 6" sind zu erwähnen, sowie das südafrikanische Ensemble "Ladysmith Black Mambazo", das vor allem dadurch bekannt wurde, dass es mit Paul Simon für sein Album Graceland zusammenarbeitete; die "Swingle Singers", die im Frankreich der 1960er um Ward Swingle entstanden, und die vor allem durch Swing-Adaptationen klassischer Musik Aufsehen erregten, oder die schwedische Gruppe "The Real Group", die sich nach dem Realbook benannte, einer Sammlung von Jazz Standards, die sie 1984, zu Beginn ihrer Karriere (als Absolventen der Königlichen Musikakademie Stockholm), als erste Anregungen für ihre Arrangements nahmen.

(u.a. Quelle www.wikipedia.de)

Links:

http://www.acappella-online.de die Seite für a-capella Musik in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum

www.bing.de BinG! (Barbershop in Germany) ist der deutsche Verband für Barbershopmusik

www.ekbv.de der erste Kölner Barbershopchor ist der erste Kölner Männerchor der Barberhopmusik singt. Auf seinen Internetseiten können die Barbershopchöre in ganz Deutschland abgefragt werden.

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letzte Änderung am 3.August.2009 by
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